Wann kommt der nächste Tatort aus Dresden?

Hier erfährst du, wann die ARD den nächsten neuen Dresdner Tatort mit Karin Gorniak (Karin Hanczewski), Leonie Winkler (Cornelia Gröschel) und Peter Michael Schnabel (Martin Brambach) sendet – und wie es danach an der Elbe weitergeht.

Bild: MDR/Daniela Incoronato

Die letzte neue Dresdner Tatort-Folge lief am 5. November 2023 und hieß Was ihr nicht seht: Die Oberkommissarinnen Karin Gorniak (Karin Hanczewski) und Leonie Winkler (Cornelia Gröschel) müssen darin gemeinsam mit ihrem Vorgesetzten Peter Michael Schnabel (Martin Brambach) einen Sexualstraftäter überführen, der seine Opfer mit K.O.-Tropfen gefügig macht und heimlich in ihre Wohnungen eindringt.

Wir mussten an den Tatort-Meilenstein Borowski und der stille Gast denken – unseren Kritiker hat der Krimi trotz der auffälligen Parallelen gut unterhalten. Wir bewerten ihn mit 7 von 10 Punkten. Auch beim Publikum kam der Film erwartungsgemäß hervorragend an, die Einschaltquote lag mit knapp 9 Millionen Menschen ebenfalls in einem sehr überzeugenden Bereich.

Wie geht es nun weiter?


Im März 2023 fiel die erste Klappe zum nächsten Tatort aus Sachsen: Er heißt Unter Feuer und entstand unter Regie von Jano Ben Chaabane, der zum ersten Mal für die Krimireihe am Ruder sitzt. Das Drehbuch schrieb Christoph Busche, der auch für die Dresdner Folgen Das kalte Haus und Rettung so nah verantwortlich zeichnet. Zum Cast zählen neben Cornelia Gröschel, Martin Brambach und Karin Hanczewski unter anderem Andreas Lust und Polizeiruf-110-Schauspieler Uwe Preuss, der wieder Leonie Winklers Vater Otto mimt. Im Film ermittelt das Trio aus Dresden nach Schüssen bei einer Verkehrskontrolle: Ein Polizist stirbt, ein zweiter wird schwer verletzt. Auf der gleichen Wache wie die beiden Opfer arbeitete einst Leonie Winklers Bruder Martin, der vor neun Jahren bei einem Einsatz ums Leben kam. Der Film dürfte im Spätsommer oder Herbst 2024 ausgestrahlt werden.

Erst im Jahr 2025 soll laut MDR der Dresdner Tatort Herz der Dunkelheit seine TV-Premiere feiern – wir halten mit Blick auf den üblichen Vorlauf aber auch einen früheren Sendetermin für möglich. Die erste Klappe zu diesem Krimi fiel nämlich schon im April 2023. Regie führte Claudia Garde, die bereits elf Folgen für die Krimireihe inszeniert hat (zuletzt Niedere Instinkte und Borowski und die Rückkehr des stillen Gastes). Gemeinsam mit Ben von Rönne hat sie auch das Drehbuch geschrieben. Im Film verschwinden ein offenbar schwer verletzter Schüler und ein wichtiger Augenzeuge während einer Abi-Party spurlos und die Party-Clique schweigt sich über den Vorfall aus. Auch in diesem Tatort gibt es eine persönliche Verwicklung einer Kommissarin: Eine Schülerin auf der Party ist die Tochter von Paul Brahms (Hannes Wegener), dem neuen Lebensgefährten von Karin Gorniak.

Herz der Dunkelheit ist zugleich der letzte Dresdner Tatort mit Karin Hanczewski: Die Schauspielerin hat im Mai 2023 ihren Ausstieg aus der Krimireihe bekanntgegeben. → Wir berichten in diesem Artikel ausführlich dazu. In seiner Pressemitteilung gibt der MDR auch einen kurzen Ausblick auf die erste Folge ohne Hanczewskis Figur Karin Gorniak: "Abschiede eröffnen allen Beteiligten auch neue Entwicklungsmöglichkeiten und so wünschen wir Karin für ihre künftigen Projekte große Erfolge und schauen auch mit dem Dresdner Tatort-Team gespannt in die Zukunft. Im nächsten Film ermitteln Martin Brambach und Cornelia Gröschel", so Johanna Kraus, Redaktionsleiterin Fernsehfilm. 

Dieser Tatort befindet sich seit April 2024 in Produktion und heißt Schwesternliebe: Regie führt Saralisa Volm, das Drehbuch stammt von Viola Schmidt. Beide Filmemacherinnen geben ihr Debüt für die Krimireihe. Die Episodenhauptrolle spielt Emilie Neumeister. Ein Tatort-Comeback feiert zudem Nina Kunzendorf, die von 2011 bis 2013 in der Rolle der Hauptkommissarin Conny Mey im Tatort aus Frankfurt ermittelte. Im ersten Dresdner Tatort ohne Karin Gorniak treffen Leonie Winkler und Peter Michael Schnabel auf eine traumatisierte und orientierungslose 16-Jährige: Sie behauptet, ihr Vater habe sie in einem Keller gefangen gehalten und ihre Schwester sei dort noch in seiner Gewalt. Laut MDR, der in seinem Format Sachsenspiegel einen Bericht vom Set veröffentlicht hat, soll dieser Tatort erst Anfang 2026 ausgestrahlt werden – wir halten mit Blick auf die lange Vorlaufzeit auch einen früheren TV-Termin noch im Jahr 2025 für möglich.

Am Rande der Dreharbeiten von Schwesternliebe äußerten sich Martin Brambach und Cornelia Gröschel zu einer möglichen Nachfolge von Karin Gorniak: "Es wäre schon schön, wenn jemand Neues käme. Ob Frau oder Mann ist egal, Hauptsache, es kommt jemand, und lieber konträr. Schnabel und Winkler sind ja sehr regelkonform. Da braucht es jemanden, der ein bisschen mehr querschießt", so Gröschel. Auch Martin Brambach äußerte sich zuversichtlich: "Meine Figur hat ja auch davon gelebt, dass dort die zwei tollen Frauen waren. […] Wir sind dabei, das neu aufzustellen. Quasi aus der Not eine Tugend zu machen." Und weiter: "Ich bin ja mit einer Schauspielerin verheiratet, und da fällt mir auf: Für Frauen ab 40 gibt es eine geringe Anzahl an Rollen. […] Wenn, dann hätte ich mir noch eine ältere Kollegin gewünscht. Ich bin aber gespannt, was kommt und überzeugt, dass den Autoren schon etwas Gutes einfallen wird."

Der Arbeitstitel zum zweiten Tatort ohne Karin Hanczewski ist ebenfalls schon bekannt: Er heißt Siebenschläfer und dürfte ebenfalls im Jahr 2026 den Weg ins Fernsehen und in die Mediathek finden. Die erste Klappe fällt, wie bei dem Pressetermin in Dresden bekanntgegeben wurde, nach Pfingsten. Für die Regie ist – passend zum Titel des Films – Thomas Sieben vorgesehen. Es ist sein Debüt für die Krimireihe.



Die nächsten TV-Termine für den Tatort aus Dresden:

voraussichtlich Spätsommer/Herbst 2024

voraussichtlich Anfang 2025

voraussichtlich Ende Anfang 2026

voraussichtlich 2026



Über den Dresdner (und Leipziger) Tatort


Das neuformierte Tatort-Trio aus Dresden hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der beliebtesten Ermittlerteams gemausert – was nicht zuletzt an den hervorragenden Drehbüchern und dem hohen Spannungsfaktor der Fadenkreuzkrimis von der Elbe lag. Das ließ sich oft auch an der Einschaltquote beobachten: Der Tatort Rettung so nah etwa knackte 2021 sogar die 10-Millionen-Zuschauer-Marke. Der elektrisierende Horror-Tatort Parasomnia erreichte zwar ein kleineres Publikum, brachte im Herbst 2020 aber viele Tatort-Fans um ihren Schlaf. Nemesis entpuppte sich 2019 als beklemmendes Familiendrama und der packende Psychothriller Das Nest zählt für viele Fans zu den stärksten Folgen der jüngeren Vergangenheit.

Der Film von 2018 war zugleich der erste, in dem das Dresdner Team um Karin Gorniak (Karin Hanczewski), Leonie Winkler (Cornelia Gröschel) und Kripo-Chef Peter Michael Schnabel (Martin Brambach) in dieser Besetzung antrat: Von 2016 bis 2018 hatte Alwara Höfels in der Rolle als Hauptkommissarin Henni Sieland an der Seite von Hanczewski und Brambach agiert, verließ die Krimireihe aber wegen "unterschiedlicher Auffassungen zum Arbeitsprozess" und einem "fehlenden künstlerischen Konsens".

Dem Tatort aus Sachsen hat der Personalwechsel nicht geschadet, ganz im Gegenteil: Seit dem Dienstantritt von Leonie Winkler im Tatort Das Nest zeigt der Pfeil in Dresden nach oben – gerade auch in der Gunst der jüngeren Zuschauer. Karin Gorniak und Henni Sieland hingegen hatten auch schwächere Fälle – darunter den Tatort Level X von 2017 oder den enttäuschenden Erstling Auf einen Schlag von 2016. In diesem Tatort ist einmalig auch Jella Haase als naive Polizeianwärterin Maria Magdalena Mohr zu sehen.

Vorgänger der Dresdner Tatort-Ermittler in Diensten des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) waren die Hauptkommissare Andreas Keppler (Martin Wuttke) und Eva Saalfeld (Simone Thomalla), die von 2008 bis 2015 in Sachsen auf Täterfang gingen – allerdings nicht im "Elbflorenz", sondern in Leipzig. Dieses Team hatte noch mehr Ausreißer nach unten – etwa den schwachen Tatort Frühstück für immer von 2014 oder den nicht minder enttäuschenden Tatort Schwarzer Afghane von 2013. Mit Schwarzer Peter von 2009 oder dem Abschiedsfall Niedere Instinkte von 2015 waren aber auch überzeugende Krimis dabei.

Auch bei ihren Vorgängern hielten sich Licht und Schatten in etwa die Waage: Hauptkommissar Bruno Ehrlicher (Peter Sodann) und sein vornamenloser Kollege Kain (Bernd Michael Lade) waren das erste ostdeutsche Tatort-Team, das im wiedervereinigten Deutschland in einem der neuen Bundesländer ermittelte. Die beiden traten 1993 im Tatort Ein Fall für Ehrlicher ihren Dienst in Dresden an und siedelten später nach Leipzig über.

Für große Aufmerksamkeit sorgten zwei Crossover-Folgen mit den beliebten Kölner Tatort-Kommissaren Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär), die in humorvoller Manier auch zur ost-westdeutschen Völkerverständigung beitrugen: Während die Ermittler aus dem Rheinland im Jahr 2000 zum Quartett in Leipzig nach Sachsen fuhren, gab es zwei Jahre später das Rückspiel in Nordrhein-Westfalen. Ähnlich praktizierten es MDR und WDR später mit der coproduzierten Doppelfolge Kinderland und Ihr Kinderlein kommet, in denen Ballauf und Schenk 2012 gemeinsam mit Keppler und Saalfeld ermitteln.

Letzte Aktualisierung: 3. Mai 2024