Bild: WDR/Bavaria Fiction GmbH/Martin Valentin Menke

Wann kommt der nächste Tatort aus Köln?

Hier erfährst du, wann die ARD den nächsten Kölner Tatort mit Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) sendet – und welche Folgen bereits gedreht wurden.


Der letzte Kölner Tatort hieß Showtime und wurde am 12. April 2026 ausgestrahlt: Die Hauptkommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) müssen darin einen den Mord an einem Kameramann aufklären, der für eine beliebte Kindersendung tätig war.

Wir sahen einen Kölner Tatort mit Licht und Schatten: Der tollen Performance von Gaststar und Comedian Max Giermann in der Rolle des exzentrischen TV-Moderators standen eine flache Spannungskurve, eine ungewohnt seichte Tonalität und eine hohe Vorhersehbarkeit bei der Auflösung der Täterfrage gegenüber. Beim Publikum sorgte der Film diesmal für ein sehr gemischtes Feedback – vielen negativen Stimmen standen auch zahlreiche positive gegenüber. Während die Einschaltquote bei der TV-Premiere mit 8,54 Millionen Zuschauenden in Deutschland für Kölner Verhältnisse eher unterdurchschnittlich ausfiel, war der Marktanteil im linearen Fernsehen mit 33,8 Prozent überragend.

Wie geht es nun in Köln weiter?

Im März 2025 starteten die Dreharbeiten für den bereits 96. Tatort mit Ballauf und Schenk: Das Drehbuch zu Die letzten Menschen von Köln haben – einmal mehr – Eva und Volker A. Zahn geschrieben, die zuletzt etwa die Geschichte zu Colonius von 2025 konzipierten. Regie bei diesem Krimi führt Marcus Weiler. Der Filmemacher inszenierte bereits Hubertys Rache, zu dem „die Zahns“ ebenfalls das Drehbuch beisteuerten – ebenso wie zu den Kölner Folgen Siebte Etage und Abbruchkante. Im Film herrscht in weiten Teilen der Stadt wegen der Bergung einer Weltkriegsbombe Alarm. Ballauf und Schenk müssen zeitgleich den kaltblütigen Mord an einem Berufsschullehrer aufklären, der mit einem Jagdmesser getötet wurde. Die Spur führt zu einem Prepper-Workshop in einem Bunker, in dem sich eine beklemmende Dynamik zwischen den Teilnehmenden entwickelt. Gedreht wurde unter anderem in einem Atombunker in Köln-Kalk. Mit diesem Kölner Tatort ist in der 2. Jahreshälfte 2026 zu rechnen, einen Termin hat der WDR bis dato nicht konkretisiert.

Darüber hinaus starteten Anfang September 2025 die Dreharbeiten für den 97. Fall für Ballauf und Schenk: Er heißt Die guten Leute und entstand unter Regie von Katrin Schmidt, die mit diesem Film ihr Debüt die Krimireihe gibt. Das Drehbuch zu diesem Tatort stammt aus der Feder von Johannes Rotter, der auch schon die Geschichten zu den Kölner Folgen Scheinwelten, Mitgehangen und Kein Mitleid, keine Gnade schrieb. Die Kölner Kommissare ermitteln in diesem Film nach einem Raubmord in einer Bio-Bäckerei: Ein junger Geselle liegt erschlagen in der Backstube, im Büro fehlen 20.000 Euro. Eigentlich ist die Bäckerei ein Familienunternehmen im besten Sinne – doch der Schein trügt offenbar. Der Krimi soll lt. WDR ebenfalls im Jahr 2026 ausgestrahlt werden – ob dieser Termin angesichts der längsten Sommerpause aller Zeiten und bereits zweier ausgestrahlter Kölner Folgen in der ersten Jahreshälfte realistisch ist, wagen wir inzwischen allerdings zu bezweifeln.

Last but not least starteten im November 2025 weitere Dreharbeiten: So wie bei Die Schöpfung führte beim 98. Tatort mit Ballauf und Schenk wieder Torsten C. Fischer Regie. Auch der Drehbuchautor ist derselbe: Die Geschichte zu Der Glücklichmacher, so der Arbeitstitel des Films, stammt aus der Feder von Wolfgang Stauch. Ballauf und Schenk beschäftigen sich in diesem Fall mit einem Familiendrama im Kölner Villenviertel Hahnwald: Ein ehemaliger Modefürst und Lebemann der Upper Class wurde tot im Wald aufgefunden. Bei ihren Ermittlungen stoßen die Hauptkommissare auf eine zerrüttete Familie, die sich schon vor Jahren von ihm abgewandt hat und bei der alte Verletzungen, Misstrauen und Kränkungen tief sitzen. Mit der TV-Premiere dieses Krimis ist erst im Jahr 2027 zu rechnen – in diesem Jahr dürften Ballauf und Schenk dann auch die 100 Fälle voll machen.

Die nächsten TV-Termine für den Kölner Tatort:

Die letzten Menschen von Köln
voraussichtlich 2. Jahreshälfte 2026

Die guten Leute
frühestens Ende 2026

Der Glücklichmacher
voraussichtlich im Jahr 2027

Über den Kölner Tatort

Der Tatort aus Köln zählt mit seinen altgedienten Hauptkommissaren Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) zu den beliebtesten Ausgaben der Krimireihe – und das lässt sich auch an den Einschaltquoten ablesen. Ballauf und Schenk, die die zweitmeisten Tatort-Einsätze nach den Münchner Kollegen Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) in ihrer Vita stehen haben und im Jahr 2022 ihr 25-jähriges Dienstjubiläum feierten, knacken häufig sogar die 10-Millionen-Zuschauer-Marke. Das gelingt nur den wenigsten Tatort-Teams.

Ihr erster gemeinsamer Tatort Willkommen in Köln datiert bereits von 1997. Aus heutiger Sicht besonders interessant: Familienvater Schenk ist in diesem Tatort noch Oberkommissar und muss sich gegenüber seinem neuen Vorgesetzten – dem Junggesellen und leitenden Hauptkommissar Ballauf – zurückhalten, was schnell für schlechte Stimmung sorgt, da sich Schenk selbst Hoffnungen auf den Posten gemacht hatte. Ballauf hingegen ermittelte in den Jahren zuvor bereits achtmal im Düsseldorfer Tatort als Hauptmeister an der Seite von Kommissar Bernd Flemming (Martin Lüttge) und kehrt in dieser Folge aus den USA nach Deutschland zurück.

Während auf der Position der ab dem zweiten Tatort Bombenstimmung von 1997 auch gleichrangig gestellten Kriminalisten bis heute Konstanz herrscht, wurde auf der Assistenzposition im Kölner Tatort in den vergangenen Jahrzehnten munter durchgewechselt. In ihren Anfangsjahren wurden Ballauf und Schenk vierzehn Mal von der emsigen Lissy Pütz (Anna Loos) unterstützt, die in Fette Hunde von 2012 noch einmalig für einen Gastauftritt als Sängerin in den Kölner Tatort zurückkehrte.

Zu diesem Zeitpunkt war ihre Nachfolgerin längst in Amt und Würden: Assistentin Franziska Lüttgenjohann (Tessa Mittelstaedt), die erstmalig in der Folge Die Frau im Zug aus dem Jahr 2000 auftrat, prägte den Kölner Tatort mehr als ein Jahrzehnt und feierte 2013 im Tatort Franziska, der aufgrund seiner drastischen Gewaltdarstellungen erst nach 22 Uhr in der ARD ausgestrahlt werden durfte, einen spektakulären Abgang. Mittelstaedt hatte über die Jahre ein wenig die Lust an der ewigen Nebenrolle verloren, die ihr wenig Raum zur schauspielerischen Entfaltung bot.

In den Jahren danach folgte ein munteres Kommen und Gehen: Nach einer Art „Casting“, bei dem sich mehrere Assistenten für jeweils eine Folge im Präsidium ausprobieren durften, setzte sich der homosexuelle Tobias Reisser (Patrick Abozen, erster Auftritt in Der Fall Reinhardt von 2014) gegen seine Konkurrentin Miriam Häslich (Lucie Heinze, zu sehen in Ohnmacht) und die nachnamenlose Aushilfsassistentin Gabi (Kathrin Angerer, zu sehen in Wahre Liebe) durch. Er blieb aber nur bis zum ungewohnt schwachen Kölner Tatort Bausünden von 2018. 

Im selben Jahr trat der gemütliche Norbert Jütte (Roland Riebeling), der vorher für die „Sitte“ tätig war und seine Vorgesetzten mit seiner gemächlichen Gangart regelmäßig zur Verzweiflung bringt, im Tatort Mitgehangen seinen Dienst in der Domstadt an. Er zählt bis heute zum Team – ebenso wie die Kriminaltechnikerin Natalie Förster (Tinka Fürst, Debüt 2021 in Der Tod der Anderen) und Rechtsmediziner Dr. Roth (Joe Bausch), der sogar schon seit 1998 dabei ist (erster Auftritt in Manila).