Wann kommt der nächste Tatort aus Köln?

Hier erfährst du, wann die ARD den nächsten Kölner Tatort mit Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) sendet – und welche Folgen bereits gedreht wurden.

Bild: WDR/Martin Valentin Menke

Der letzte Kölner Tatort hieß Hubertys Rache und wurde am 27. März 2022 ausgestrahlt. Die Hauptkommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) müssen darin einen vorbestraften Ex-Lehrer stoppen, der ein Ausflugsschiff auf dem Rhein und mehr als ein Dutzend Geiseln in seine Gewalt bringt.

Uns hat der Tatort mit Ballauf und Schenk nicht überzeugt: Unser Kritiker vergab aufgrund der konstruierten Geschichte, der kitschigen Inszenierung und zahlreicher logischer Schwächen nur 4 von 10 Punkten. Das Publikum sah den Film deutlich stärker: Die allermeisten der über 9 Millionen Zuschauer fühlten sich hervorragend von Ballauf und Schenk unterhalten.

Wie geht es nun in Köln weiter?

Weil der WDR im Schnitt drei Kölner Tatort-Folgen pro Jahr produziert, liegen bereits mehrere Krimis fertig in der Schublade. Im Juni 2021 fiel die erste Klappe zum Tatort Spur des Blutes: Für die Regie zeichnet Filmemacherin Tini Tüllmann verantwortlich, das Drehbuch stammt von Arne Nolting und Jan Martin Scharf, die zuletzt die Geschichte zum Kölner Tatort Der Reiz des Bösen von 2021 schrieben. In Film wird eine junge Frau in einem Kanal am Stadtrand tot aufgefunden. Die Spuren führen ins Straßenstrich-Milieu. Der Film soll im Herbst 2022 seine Premiere in der ARD feiern.

Außerdem begannen im September 2021 unter Regie von Nina Vukovic die Dreharbeiten zum Kölner Tatort Schutzmaßnahmen – und in dem gibt es nach langer Zeit ein Wiedersehen mit Schenks ältester Tochter Sonja. Diese wird zum dritten Mal von Nathalie Spinell gespielt, die bereits in den Folgen Licht und Schatten und Kinder der Gewalt von 1999 in dieser Rolle zu sehen war. Im Film wird ein Brandanschlag auf Sonja Schenks Restaurant "Wunderlampe" verübt und darin eine bis zur Unkenntlichkeit verkohlte Leiche gefunden. Das Drehbuch stammt von Paul Salisbury. Im Fernsehen dürfte der Krimi in der 1. Jahreshälfte 2023 zu sehen sein.

Zudem wurde im Juni 2022 ein Kölner Tatort mit dem Arbeitstitel Abbruchkante abgedreht. Torsten C. Fischer, der zuletzt den Kölner Tatort Vier Jahre inszenierte, führte Regie, das Drehbuch stammt – so wie bei Hubertys Rache – aus der Feder von Eva und Volker A. Zahn. Im Film ermitteln Ballauf und Schenk in dem fiktiven Örtchen Alt-Bützenich, das im rheinischen Braunkohlerevier liegt. Dort wurde ein Arzt erschossen, der in dem vom Strukturwandel geprägten und weitestgehend verlassenen Ort nicht sehr beliebt war. Der Film dürfte im Jahr 2023 ausgestrahlt werden, einen genauen Termin hat der WDR bisher nicht kommuniziert.

Last but not least starten im August 2022 unter Regie von Charlotte Rolfes die Dreharbeiten zum Kölner Tatort Pyramiden. Auch dieses Drehbuch haben Arne Nolting und Jan Martin Scharf geschrieben. Nähere Details zur Handlung sowie zur Besetzung vor und hinter der Kamera sind derzeitig noch nicht bekannt. Läuft bei der Produktion alles glatt, dürfte der Film ebenfalls im Jahr 2023 seine TV-Premiere feiern. 



Die nächsten TV-Termine für den Kölner Tatort:

im Herbst 2022

Schutzmaßnahmen
voraussichtlich 1. Jahreshälfte 2023

voraussichtlich im Jahr 2023

voraussichtlich im Jahr 2023



Über den Kölner Tatort


Der Tatort aus Köln zählt mit seinen altgedienten Hauptkommissaren Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) zu den beliebtesten Ausgaben der Krimireihe – und das lässt sich auch an den Einschaltquoten ablesen. Ballauf und Schenk, die die zweitmeisten Tatort-Einsätze nach ihren Münchner Kollegen Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) in ihrer Vita stehen haben, knacken häufig sogar die 10-Millionen-Zuschauer-Marke, was nur den wenigsten Tatort-Teams gelingt.

Im Jahr 2022 feiern die beiden ihr 25-jähriges Dienstjubiläum: Ihr erster gemeinsamer Tatort Willkommen in Köln datiert bereits von 1997. Aus heutiger Sicht besonders interessant: Familienvater Schenk ist in diesem Tatort noch Oberkommissar und muss sich gegenüber seinem neuen Vorgesetzten – dem Junggesellen und leitenden Hauptkommissar Ballauf – zurückhalten, was schnell für schlechte Stimmung sorgt, da sich Schenk selbst Hoffnungen auf den Posten gemacht hatte. Ballauf hingegen ermittelte in den Jahren zuvor bereits achtmal im Düsseldorfer Tatort als Hauptmeister an der Seite von Kommissar Bernd Flemming (Martin Lüttge) und kehrt in dieser Folge aus den USA nach Deutschland zurück.

Während auf der Position der ab dem zweiten Tatort Bombenstimmung von 1997 auch gleichrangig gestellten Kriminalisten bis heute Konstanz herrscht, wurde auf der Assistenzposition im Kölner Tatort in den vergangenen Jahrzehnten munter durchgewechselt. In ihren Anfangsjahren wurden Ballauf und Schenk vierzehn Mal von der emsigen Lissy Pütz (Anna Loos) unterstützt, die in Fette Hunde von 2012 noch einmalig für einen Gastauftritt als Sängerin in den Kölner Tatort zurückkehrte.

Zu diesem Zeitpunkt war ihre Nachfolgerin längst in Amt und Würden: Assistentin Franziska Lüttgenjohann (Tessa Mittelstaedt), die erstmalig in der Folge Die Frau im Zug aus dem Jahr 2000 auftrat, prägte den Kölner Tatort mehr als ein Jahrzehnt und feierte 2013 im Tatort Franziska, der aufgrund seiner drastischen Gewaltdarstellungen erst nach 22 Uhr in der ARD ausgestrahlt werden durfte, einen spektakulären Abgang. Mittelstaedt hatte über die Jahre ein wenig die Lust an der ewigen Nebenrolle verloren, die ihr wenig Raum zur schauspielerischen Entfaltung bot.

In den Jahren danach folgte ein munteres Kommen und Gehen: Nach einer Art "Casting", bei dem sich mehrere Assistenten für jeweils eine Folge im Präsidium ausprobieren durften, setzte sich der homosexuelle Tobias Reisser (Patrick Abozen, erster Auftritt in Der Fall Reinhardt von 2014) gegen seine Konkurrentin Miriam Häslich (Lucie Heinze, zu sehen in Ohnmacht) und die nachnamenlose Aushilfsassistentin Gabi (Kathrin Angerer, zu sehen in Wahre Liebe) durch, blieb aber auch nur bis zum ungewohnt schwachen Kölner Tatort Bausünden von 2018. Im selben Jahr trat der schlafmützige Norbert Jütte (Roland Riebeling), der vorher für die "Sitte" tätig war und seine Vorgesetzten mit seiner gemütlichen Gangart regelmäßig zur Verzweiflung bringt, im Tatort Mitgehangen seinen Dienst in der Domstadt an.

Die Terminierungen der Kölner Tatort-Folgen muteten zwischenzeitlich durchaus kurios an: In den Jahren 2017, 2018, 2019 und 2020 wurden nämlich sämtliche Krimis mit Ballauf und Schenk, die dreimal im Jahr für den Westdeutschen Rundfunk (WDR) auf Täterfang am Rhein gehen, in der ersten Jahreshälfte ausgestrahlt.

Kein Mitleid, keine Gnade, Niemals ohne mich und Gefangen liefen zwischen Januar und Mai 2020, Weiter, immer weiter, Bombengeschäft und Kaputt im Zeitraum Januar bis Juni 2019. Bausünden, Mitgehangen und Familien zeigt die ARD zwischen Januar und Mai 2018, Wacht am Rhein, Tanzmariechen und Nachbarn sogar binnen drei Monaten im Januar, Februar und März 2017. Nach der Sommerpause war dann in der zweiten Jahreshälfte – zum Ärger vieler Tatort-Fans – jeweils kein einziger Tatort mit Ballauf und Schenk mehr zu sehen.

Letzte Aktualisierung: 26. Juli 2022