Wann kommt der nächste Tatort aus Wien?

Hier erfährst du, wann ARD und ORF 2 den nächsten neuen Wiener Tatort mit Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) senden – und was gerade gedreht wird.

Bild: ORF/Darryl Oswald

Die letzte neue Tatort-Folge aus Österreich lief am 2. Oktober 2022 und hieß Das Tor zur Hölle: Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) müssen im Film den Mord an einem Geistlichen aufklären, der vor seinem Ableben als Exorzist praktiziert hat.

Uns hat dieser Horror-Tatort nicht überzeugt – bei unserem Kritiker reichte es nur für ganz schwache 2 von 10 Punkten. Beim Publikum ergab sich ein geteiltes Stimmungsbild – während manch einer sich bestens unterhalten fühlte, schalteten andere entnervt und vorzeitig ab. Auch die Einschaltquote war in Deutschland mit weniger als 8 Millionen Zuschauern relativ schwach.

Wie geht es nun weiter?

Im März 2022 startete unter Regie von Evi Romen der Dreh des österreichischen Tatorts Kreisky ist tot, in dem die Wiener Indie-Rock-Band Kreisky einen Gastauftritt hat und auch die Filmmusik liefert. Das Drehbuch schrieben Thomas Weingartner und Stefan Hafner, die zuletzt den großartigen Austro-Tatort Her mit der Marie! konzipierten. Eisner und Fellner müssen den Mord an einem erfolgreichen IT-Mitarbeiter aufklären und erarbeiten Erkenntnisse, die auch ihre Kollegin Meret Schande vor eine große Bewährungsprobe stellen. Der Film soll laut ORF im Jahr 2023 seine TV-Premiere feiern – wir gehen von der 1. Jahreshälfte 2023 aus.

Im Juli 2022 endeten darüber hinaus die Dreharbeiten zu einem weiteren Wiener Tatort, der den Arbeitstitel Azra trägt: Gemeinsam mit der titelgebenden Informantin Azra (Mariam Hage) tauchen die Wiener Ermittler im Film in ein Netz aus organisierter Kriminalität ein. Es gilt, die Drahtzieher hinter dem Mord am Bruder eines einflussreichen Clanchefs zu überführen. Handelt es sich um eine interne Fehde oder um einen Bandenkrieg? Sowohl Regisseur Dominik Hartl als auch Drehbuchautorin Sarah Wassermair geben mit diesem Krimi ihr Tatort-Debüt, er soll im Jahr 2023 ins Fernsehen und in die Mediatheken kommen.

Last but not least startete im September 2022 der Dreh zum Austro-Tatort Bauernsterben, bei dem Sabine Derflinger Regie führt. Das Drehbuch schrieb Lukas Sturm. Eisner und Fellner ermitteln nach dem Mord am Chef eines Schweinemastbetriebs in einem Spannungsfeld zwischen nachhaltiger und industrieller Landwirtschaft und einem Netz aus Schulden, Beihilfenbetrug und illegalen Machenschaften, die bis auf europäische Ebene Kreise ziehen. Ins Visier der Ermittler gerät eine Tierschutz-NGO, die Protest- und Sabotageakte verübt hat. Einen TV-Termin hat der ORF nicht kommuniziert, in einem Interview mit der Kronen Zeitung gibt Derflinger allerdings den Herbst 2023 als geplanten Zeitraum für die Fernsehpremiere an.

Darüber hinaus arbeitet Drehbuchautor Markus Fenner an einem Tatort mit dem Arbeitstitel Ein Mord von gestern, der laut seiner Vita für den ORF angedacht ist. Ob und wann der Film gedreht und den Weg auf die Mattscheibe finden wird, ist derzeitig offen – wir gehen von einem Sendetermin frühestens im Jahr 2024 aus.



Die nächsten Wiener Tatort-Termine im Überblick:

voraussichtlich 1. Jahreshälfte 2023
voraussichtlich im Jahr 2023

voraussichtlich im Herbst 2023

N.N. / Ein Mord von gestern
frühestens 2024



Über den Wiener Tatort


Der Wiener Chefinspektor Moritz Eisner (Harald Krassnitzer), der seit 1999 für den Österreichischen Rundfunk in der ARD, im ORF und im SRF auf Mördersuche geht, zählt zu den dienstältesten Ermittlern der öffentlich-rechtlichen Krimireihe. Sein erster Tatort war der Fall Nie wieder Oper, bei dem er noch von Gruppeninspektorin Suza Binder (Loretta Pflaum) und Bezirksinspektor Norbert Dobos (Alois Frank) unterstützt wird.

Für Harald Krassnitzer sollte der Tatort Verschwörung im Jahr 2021 eigentlich der 50. Tatort-Einsatz werden: Anders als Adele Neuhauser, die in ihrer beliebten Rolle als Major Bibi Fellner "erst" seit der Folge Vergeltung von 2011 in Wien an Bord ist, ermittelt Moritz Eisner seit über zwei Jahrzehnten für die Krimireihe. Da der später abgedrehte Fall Die Amme entgegen der ursprünglichen Planungen ein paar Monate früher seine TV-Premiere feierte, ist er als 50. Tatort mit Moritz Eisner in die Tatort-Annalen eingegangen.

In beiden Krimis müssen die Wiener Ermittler, die in der Regel zwei- bis dreimal pro Kalenderjahr auf Sendung gehen, bereits ohne ihren langjährigen Assistenten Manfred "Fredo" Schimpf (Thomas Stipsits) auskommen, der sein Debüt als Tatort-Polizist 2012 im Krimi Falsch verpackt gab und 2020 in Unten zum letzten Mal in der Krimireihe zu sehen war. Über die Hintergründe des Ausstiegs von Schauspieler und Comedian Thomas Stipsits berichten wir in unserem News-Artikel. Seine Nachfolgerin ist Christina Scherrer in der Rolle als Assistentin Meret Schande, die sie bereits im Tatort Schock von 2017 übernahm.

Weil Moritz Eisner und Bibi Fellner, die bei ihren Ermittlungen oft mit ihrem strengen Vorgesetzten Ernst "Ernstl" Rauter (Hubert Kramar) aneinandergeraten, für das Bundeskriminalamt tätig sind, kommen die beiden auch außerhalb von Wien zum Einsatz. In der Zeit nach der Jahrtausendwende gab der ORF einige "Tirol-Folgen" in Auftrag – so etwa den starken Tatort Der Teufel vom Berg aus dem Jahr 2005, in dem der spätere Wiesbadener Tatort-Kommissar Ulrich Tukur in einer Nebenrolle glänzt. Fernab der Großstadt – nämlich in Kärnten, am Wolfgangsee und in der Steiermark – ermittelten Eisner und Fellner zum Beispiel in den Tatort-Folgen Baum fällt und Wahre Lügen von 2019 sowie im Grenzfall von 2015 und in Paradies von 2014.

Während die Krimis im deutschen Nachbarland regelmäßig Spitzenquoten einfahren, tut sich der Austro-Tatort hierzulande etwas schwerer: Im Vergleich zu anderen Tatort-Städten rangieren die Krimis aus Wien mit Blick auf die Einschaltquote eher im hinteren Bereich.

Letzte Aktualisierung: 9. Dezember 2022