Wann kommt der nächste Tatort aus Zürich?

Hier erfährst du, wann ARD und SRF den nächsten Schweizer Tatort mit Isabelle Grandjean (Anna Pieri Zuercher) und Tessa Ott (Carol Schuler) senden – und was gerade gedreht wird.

Bild: ARD Degeto/SRF/Sava Hlavacek

Die letzte neue Tatort-Folge mit Isabelle Grandjean (Anna Pieri Zuercher) und Tessa Ott (Carol Schuler) hieß Schoggiläbe und lief am 28. Februar 2021: Die Ermittlerinnen aus Zürich müssen im Film den Mörder eines reichen Schokoladenfabrikanten finden.

Uns hat der Krimi nur bedingt überzeugt: Mit einer Wertung von 4 von 10 Punkten schnitt er deutlich schlechter ab als der Vorgänger Züri brännt, der im Herbst 2020 ausgestrahlt wurde. Auch von den knapp 8 Millionen deutschen Fernsehzuschauern erhielt der Film überwiegend negatives Feedback.

So geht es nun weiter

Die nächsten beiden Tatort-Folgen aus der Schweiz wurden bereits abgedreht: Im Januar 2021 begannen die Dreharbeiten für zwei neue Krimis aus Zürich, die wie die ersten beiden Folgen direkt an einem Stück produziert werden. Regie führt die Bernerin Christine Repond, für die Drehbücher zeichnen Nina Vukovic und Stefanie Veith verantwortlich.

Der dritte Fall für Grandjean und Ott, dessen Arbeitstitel Kyomis Objekte in der Pressemitteilung des SRF nicht explizit genannt und später durch Schattenkinder ersetzt wurde, führt die Ermittlerinnen in die vibrierende Zürcher Kunstszene, wo das Duo einem bizarren Mord auf den Grund geht und es mit einer Künstlergemeinschaft zu tun bekommt. Der Film soll im Frühjahr 2022 ausgestrahlt werden.

Im vierten Tatort aus Zürich, der unter dem Arbeitstitel Die Regler gedreht und später in Risiken mit Nebenwirkungen umgetauft wurde, untersuchen Grandjean und Ott den gewaltsamen Tod einer Anwältin, die ein aufstrebendes Pharmaunternehmen beraten hat, das kurz vor der Lancierung eines neuen Medikaments stand. Den Krimi hat das SRF für den Herbst 2022 angekündigt.

Darüber hinaus sind im August und September 2021 zwei weitere Tatort-Folgen entstanden, zu denen das SRF keinen Titel kommuniziert hat, die unseren Informationen nach aber unter den Arbeitstiteln Monster und Der blinde Fleck produziert werden. Regie führt jeweils Tobias Ineichen, der für das SRF bereits viermal einen Tatort inszeniert hat (zuletzt Kriegssplitter von 2017). Die Schweizer Boulevardzeitung BLICK hat hierzu einen lesenswerten Bericht vom Set veröffentlicht.

In Fall Nr. 5 für Grandjean und Ott ist ein Dreifachmord auf dem idyllischen Pfannenstiel der Ausgangspunkt für eine Auseinandersetzung mit einem dunklen Kapitel aus Europas jüngerer Vergangenheit. Die einzige Mordzeugin ist ein sechsjähriges Mädchen. Fall Nr. 6 führt die Zürcher Kommissarinnen in den exklusiven Kreis hochpotenter Philanthropen, die von einem Serientäter ins Visier genommen werden. Die TV-Premiere beider Folgen ist laut SRF für das Jahr 2023 geplant.

Auch der siebte und achte Fall aus der Stadt am Zürisee befinden sich in Vorbereitung: Die Autoren Stefan Brunner und Lorenz Langenegger arbeiten bereits an den Drehbüchern. Mit Blick auf die üblichen Vorlaufzeiten ist mit diesen Tatort-Folgen im Jahr 2024 zu rechnen.



Die nächsten TV-Termine für den Schweizer Tatort:

Schattenkinder
Frühjahr 2022


Monster
im Jahr 2023

Der blinde Fleck
im Jahr 2023

N.N.
im Jahr 2024

N.N.
im Jahr 2024



Über den Schweizer Tatort


Neben den Zürcher Ermittlerinnen Isabelle Grandjean (Anna Pieri Zuercher) und Tessa Ott (Carol Schuler) zählen auch die Staatsanwältin Anita Wegenast (Rachel Braunschweig), der Kriminaltechniker Noah Löwenherz (Aaron Arens) sowie Otts Freund Charlie Locher (Peter Jecklin) und Grandjeans Lebensgefährte Milan Mandic (Igor Kovac) zum festen Figurenensemble im Schweizer Tatort.

Bei der Produktion seiner Tatort-Folgen legt das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) hohen Wert auf Diversität und Klimafreundlichkeit: Vor der Kamera stehen exakt so viele Frauen wie Männer. Auch bei der Crew ist das Geschlechterverhältnis fast ausgeglichen. Mit Blick auf die Einschaltquoten in Deutschland nützt das aber wenig: Die ersten Zürcher Tatort-Folgen Züri brännt und Schoggiläbe verfehlten hierzulande die 8-Millionen-Zuschauer-Marke, was dem Team aus der Schweiz im Vergleich zu anderen Tatort-Städten einen Platz auf den hinteren Rängen der Zuschauergunst beschert.

Das war bei ihren Vorgängern allerdings nicht anders: Das deutsche Publikum tut sich mit den Tatort-Teams der Eidgenossen traditionell schwer. Grandjean und Ott haben 2020 die Nachfolge der Luzerner Ermittler Reto Flückiger (Stefan Gubser) und Liz Ritschard (Delia Mayer) angetreten, die hierzulande stets einen schweren Stand hatten und 2019 im völlig missglückten Tatort Der Elefant im Raum zum letzten Mal auf Täterfang gingen. Highlights wie der spannende Sniper-Krimi Ihr werdet gerichtet, der kompromisslose Geiselnahme-Thriller Friss oder Stirb oder der herausragend inszenierte Echtzeit-Tatort Die Musik stirbt zuletzt waren in Luzern eher die Ausnahme als die Regel. Der Flückiger-Erstling Wunschdenken von 2011 war ebenfalls ein mittelschweres Desaster – was auch an der grottenschlechten Nachsynchronisation lag, die das SRF in Auftrag gegeben hatte.

Das wurde in den Jahren danach kaum besser: Neben den oft durchwachsenen Drehbüchern sorgte die meist mangelhafte Synchronisation der schwyzerdütschen Originalfassung für Kritik der deutschen TV-Zuschauer. In der Schweiz hingegen wird traditionell der O-Ton ausgestrahlt – und das auch schon zehn Minuten früher, weil der Tatort dort sonntags immer schon um 20.05 Uhr gezeigt wird. Kritik entzündet sich hierzulande auch am französischen Dialekt von Isabelle Grandjean – dabei ist gerade die Mischung aus Hochdeutsch, Schwyzerdütsch und Französisch doch so kennzeichnend für unser multilinguales Nachbarland.

Letzte Aktualisierung: 16. Januar 2022