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Tschiller: Off Duty

Folge: 1062 | 8. Juli 2018 | Sender: NDR | Regie: Christian Alvart
Bild: NDR/Warner Bros./Nik Konietzy
So war der Tatort:

Kolossal gefloppt. Denn mit Tschiller: Off Duty startete zwar erstmalig seit 29 Jahren ein Tatort im Kino, ging dabei aber gnadenlos baden: Gerade einmal 280.000 Zuschauer bei der ersten und bundesweit wohl nicht einmal zehn (!) Zuschauer bei der zweiten Aufführung wollten den fünften Einsatz von LKA-Kommissar Nick Tschiller (Til Schweiger) und seinem Partner Yalcin Gümer (Fahri Yardim) sehen - und bekamen im Kinosaal weder den berühmten Fadenkreuz-Vorspann, noch die obligatorische Leiche zum Auftakt zu sehen. Anders als gewöhnliche Beiträge der Krimireihe spielt Tschiller: Off Duty auch nur wenige Minuten in Deutschland: Tschiller ist drei Jahrzehnte nach den ebenfalls im Kino gezeigten Schimanski-Folgen Zahn um Zahn und Zabou außer Dienst, muss aber seine Tochter Lenny (Luna Schweiger) finden, weil die so naiv war, persönliche Rache am Mörder ihrer Mutter nehmen zu wollen. Tschiller gerät bei ihrer Suche nach dem in Istanbul inhaftierten Firat Astan (Erdal Yildiz) erwartungsgemäß nach kurzer Zeit in Gefangenschaft, doch ist es wider Erwarten nicht Astan, der die junge Frau entführt hat: Der skrupellose Ex-Geheimagent Süleyman Seker (Özgür Emre Yildirim) will Lenny nach Moskau verkaufen, um beim russischen Gangsterboss Alexander Kinski (Evgeniy Sidikhin) zu punkten. Die Nähe zu Hollywood-Filmen wie 96 Hours ist greifbar - und Drehbuchautor Christoph Darnstädt (Der große Schmerz), der auch die ersten vier Tschiller-Fälle konzipierte, orientiert sich bei seiner dünnen Entführungsstory auch stark an der Lethal-Weapon-Reihe und anderen Buddy-Cop-Filmen. Der Filmemacher setzt von Beginn an auf das erfolgserprobte Wechselspiel aus rasanter Action und lockeren Sprüchen: Für die gelungenen Pointen zeichnet meist Spaßvogel Gümer verantwortlich, während Tschillers One-Liner nicht nur im türkischen Knast oft ohne die erhofften Lacher verpuffen.
Tschiller: "Ich sprech' kein Fleischklops."
Im Presseheft versprach der Filmverleih 2016 "eine atemlose Odyssee durch halb Europa", doch anders als in der ähnlich gelagerten James-Bond-Reihe bleibt es auch budgetbedingt bei den Schauplätzen Istanbul und Moskau. Alle Beteiligten wollen sich am Hollywood-Actionkino messen lassen - als über weite Strecken uninspiriertes Popcorn-Spektakel vom Reißbrett zieht Tschiller: Off Duty dabei aber klar den Kürzeren. Der fünfte Tschiller-Fall hechelt dem erfolgreichsten Film-Franchise der Welt um Längen hinterher: Während die populäre 007-Reihe, für die sich Schweiger gar als Hauptdarsteller ins Spiel brachte, regelmäßig neu erfunden wurde, lässt der Kino-Tatort die Eigenständigkeit von Beginn an vermissen. An den beiden Hauptdarstellern liegt es allerdings nicht, dass der Film nicht mit den großen Vorbildern mithalten kann: Schweiger und Yardim, die auch privat befreundet sind, harmonieren vor der Kamera einmal mehr prächtig. Auch Regisseur Christian Alvart (Fegefeuer) macht einen guten Job: Handwerklich waren seine Hamburger Tatort-Folgen schon immer über jeden Zweifel erhaben, und auch Tschiller: Off Duty punktet mit rasanter Action, der man die im Vergleich zum TV deutlich aufgestockten Produktionskosten vor allem im Schlussdrittel anmerkt. Pfiffige Wendungen, doppelte Böden oder vielschichtige Charaktere sucht man allerdings vergeblich: Die Rollen von Gut und Böse sind eindeutig definiert, denn der charismatische Erzfeind Firat Astan verschwindet schon früh von der Bildfläche. Alle anderen Gangster sind wandelnde Klischees, die verbal und non-verbal die Muskeln spielen lassen, um früher oder später mit Rüpel-Cop Tschiller aneinander zu geraten. Der zeigt wie schon im Kopfgeld wieder seinen nackten Hintern und ballert sich einmal mehr mit dem obligatorischen Cut im Gesicht durch den Film. Auch im Hinblick auf das Vokabular schließt sich in Tschiller: Off Duty der Kreis: "Fuck!" lautete Nick Tschillers erstes Wort bei seinem Debüt in Willkommen in Hamburg - und auch bei seinem fünften Einsatz gehören englische Kraftausdrücke fest zum Wortschatz aller Beteiligten.
Gangster: "Fuck you!"
Tschiller: "Fuck me? Bitch!"
Bewertung: 5/10

Kommentare:

  1. Hat nun wirklich nichts mit Tatort zu tun!
    Reine Selbstdarstellung von T. Schwaiger und Tochter!
    Hätte nicht in das Sommerloch gehört sondern in die Mülltonne!
    Warum werden für soviel Schrott öffentliche Gelder verschwendet?
    Armes ARD wo soll das noch hinführen.

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  2. Total übertrieben, so schlecht, Nick kommt durch die Wand geflogen,hängt beim fahrenden Auto auf dem Dach,musste ausschalten

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  3. Kann mich dem ersten Kommentar nur anschließen. Das war kein Tatort...das war Müll! Aber sowas von.....

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