Wann kommt der nächste Tatort aus Ludwigshafen?

Hier erfährst du, wann die ARD den nächsten Tatort mit Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und Johanna Stern (Lisa Bitter) sendet – und was gerade gedreht wird.

Bild: SWR/Jacqueline Krause-Burberg

Die letzte neue Tatort-Folge aus Ludwigshafen wurde am 4. September 2022 ausgestrahlt: Im Tatort Das Verhör müssen Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und Johanna Stern (Lisa Bitter) dem Hauptmann einer Bundeswehrtruppe den Mord an einer Investmentbankerin nachweisen, die er offenbar aus purem Frauenhass getötet hat.

Uns hat der Krimi nicht ganz überzeugt: Unser Kritiker gab nur 4 von 10 Punkten. Bei den über acht Millionen Fernsehzuschauern kam der Film besser an, wenngleich den vielen positiven Kommentaren auch zahlreiche negative gegenüberstanden.

Wie geht es nun weiter?

Ende Januar 2022 fiel unter Regie von Tom Lass die erste Klappe zum Tatort Lenas Tante, zu dem Stefan Dähnert das Drehbuch geschrieben hat – der gleiche Autor also, der auch die Geschichte zu Das Verhör schrieb. Dähnert selbst führte den Krimi eine Zeit lang unter dem Arbeitstitel Guter Tod. Einen Bezug zum Tatort Schöner sterben, in dem Lena Odenthals Tante Emma 2003 eine wichtige Rolle einnahm, gibt es darin nicht: Odenthal bekommt diesmal Besuch von einer anderen Tante namens Niki – einer pensionierten Staatsanwältin. Gemeinsam mit Stern muss die Kommissarin den Tod eines Altenheimbewohners aufklären, der durch eine Überdosis Insulin getötet wurde. Es verdichten sich Hinweise, dass Niki in den Fall verwickelt ist. Seine TV-Premiere feiert Lenas Tante am Sonntag, 22. Januar 2023, um 20.15 Uhr im Ersten. Bereits im September 2022 war der Film beim Festival des deutschen Films in Ludwigshafen zu sehen.

Ein weiterer Tatort entsteht seit demselben Monat unter Regie von Esther Wenger, die auch bei Das Verhör am Ruder saß: Fred Breinersdorfer und Katja Röder haben ein Drehbuch mit dem Arbeitstitel Rheingold geschrieben, der Film wurde aber noch vor dem Drehstart in Gold umgetauft. Ursache dafür könnte sein, dass der neueste Film von Fatih Akin ebenfalls den Titel "Rheingold" trägt. Odenthal und Stern untersuchen im Film das Verschwinden eines Bankfilialleiters mit zorniger Ex-Ehefrau und einer Passion für Ritterspiele. Im Pfälzer Weinort Deidesheim werden sein Wagen und darin Jahrhunderte alte Goldmünzen gefunden. Der Kurator des Wormser Nibelungen-Museums bestätigt den historischen Fund und würde ihn am liebsten beschlagnahmen: Es könnte sich um den verschollenen Nibelungenschatz handeln. Zum Cast zählen unter anderem Heino Ferch, Ulrike C. Tscharre und Pheline Roggan. Der Film dürfte in der 2. Jahreshälfte 2023 ins Fernsehen kommen.

Last but not least wird voraussichtlich Ende 2022/Anfang 2023 unter Regie von Miguel Alexandre ein neuer Ludwigshafen-Tatort mit dem Arbeitstitel Avatar gedreht: Drehbuchautor Harald Göckeritz saß in den vergangenen Jahren schon häufiger für die Odenthal-Krimis am Ruder, zuletzt für die sehr enttäuschenden Tatort-Folgen Die Sonne stirbt wie ein Tier, Zirkuskind und Freunde bis in den Tod. Nähere Details zur Handlung und zur Besetzung sind aktuell noch nicht bekannt. Dieser Krimi dürfte im Jahr 2024 seine TV-Premiere feiern, sofern bei der Produktion alles glatt läuft.



Die nächsten TV-Termine für den Ludwigshafener Tatort:

Sonntag, 22. Januar 2023, 20.15 Uhr, Das Erste

voraussichtlich 2. Jahreshälfte 2023

voraussichtlich im Jahr 2024



Über den Ludwigshafener Tatort


Hauptkommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) ist bereits seit dem Tatort Die Neue von 1989 für die Krimireihe im Einsatz und damit die derzeitig dienstälteste Tatort-Kommissarin. Ans Aufhören denkt Ulrike Folkerts trotz der langen Einsatzzeit noch nicht: "Wenn es soweit ist, werde ich gründlich darüber nachdenken, wie Lena Odenthal aussteigt. Im Augenblick wären mir neue Abenteuer sympathischer", gab sie im Mai 2022 in einem dpa-Interview zu Protokoll.

Die Kommissarin mit den meisten Fällen ist Odenthal trotz ihrer langen Dienstzeit überraschenderweise nicht: Mit Blick auf die reine Anzahl der Tatort-Folgen liegen sowohl die Kölner Kollegen Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) sowie die Münchner Spitzenreiter Ivo Batic (Miroslav Nemex) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) deutlich vor ihr. Zu erklären ist das leicht: Während Odenthal & Co. im Schnitt zweimal pro Jahr für den federführenden Südwestrundfunk (SWR) auf Mördersuche gehen, schicken der Westdeutsche Rundfunk (WDR) und der Bayerische Rundfunk (BR) die beiden genannten Teams jeweils dreimal pro Jahr ins Rennen um die Zuschauergunst am Sonntag.

Während Odenthal in ihren Anfangsjahren noch allein ermittelte und frischen Wind in die männerdominierte Krimireihe brachte, stellte der SWR ihr ab 1996 einen festen Tatort-Partner zur Seite: Der beliebte deutsch-italienische Hauptkommissar Mario Kopper (Andreas Hoppe), der auch in einer gemeinsamen WG mit Odenthal wohnte, feierte sein Debüt im herausragenden Tatort Der kalte Tod und wich ihr seitdem für viele Jahre nicht von der Seite. Zum festen Team am Rhein zählen außerdem Rechtsmediziner Peter Becker (Peter Espeloer) und Assistentin Edith Keller (Annalena Schmidt), die im Tatort – anders als Lena Odenthal – auch kurpfälzischen Dialekt sprechen.

Ab 2014 erfolgte in Ludwigshafen eine Art Wachablösung, die bei weitem nicht alle Tatort-Fans gutheißen konnten: Im Tatort Blackout stieß erstmalig die junge Fallanalytikerin Johanna Stern (Lisa Bitter) zum Team, die sich anfangs überhaupt nicht mit Odenthal verstand und nach und nach Koppers Platz einnahm. Im Januar 2018 wurde der Abschied in Kopper dann endgültig vollzogen: Andreas Hoppe verließ den Fadenkreuzkrimi aus Ludwigshafen nach stolzen 57 Einsätzen – allerdings nicht auf eigenen Wunsch, sondern nach einer umstrittenen Entscheidung des SWR. Mittlerweile verstehen sich Odenthal und Stern deutlich besser als zu Beginn – wohl auch, weil ihre ewigen Streitereien beim Tatort-Publikum wenig Anklang fanden.

Koppers letzter Tatort war zugleich eine der letzten wirklich sehenswerten Folgen aus Ludwigshafen, die uns in den vergangenen Jahren immer seltener überzeugen konnten. Ordentlichen Krimis wie Die Pfalz von oben von 2019 oder Der böse König von 2021 standen in der jüngeren Vergangenheit etwa die unfreiwillig komische Tatort-Folge Die Sonne stirbt wie ein Tier oder die völlig missglückten Impro-Krimis Babbeldasch und Waldlust von 2017 und 2018 gegenüber.

Letzte Aktualisierung: 7. Dezember 2022